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Die Frage, die niemand stellt – und die alles verändert: Wer bin ich, wenn ich nicht funktioniere?

22. Aug.
2 Min. Lesezeit
Nachdenkliche Frau sitzt an Tisch und überlegt, wer sie ist, wenn alle Rollen fallen.

Ich stelle diese Frage oft in meinen Coachings. Und fast immer entsteht eine kurze Stille.


Wer bin ich, wenn ich nicht funktioniere?


Nicht als Mutter. Nicht als Führungskraft. Nicht als Partnerin, Tochter, Kollegin. Wer bin ich, wenn all diese Rollen kurz schweigen dürfen?

Die meisten Frauen, mit denen ich arbeite, haben auf diese Frage keine schnelle Antwort. Nicht weil sie sie nicht kennen. Sondern weil sie ihr so lange ausgewichen sind.


Wir sind Meisterinnen des Funktionierens


Frauen – besonders Mütter, besonders Frauen in Führung – sind außergewöhnlich gut darin, zu funktionieren. Wir organisieren, priorisieren, halten zusammen, geben, tragen, planen. Wir sind die stillen Architektinnen von Systemen, die ohne uns zusammenbrechen würden.

Das ist eine Stärke. Keine Frage.

Aber es hat einen Preis. Und der Preis ist oft die eigene Identität.

Irgendwann verschwindet die Frau hinter den Rollen. Die Bedürfnisse werden leiser. Die eigenen Wünsche werden aufgeschoben – auf später, auf irgendwann, auf wenn die Kinder größer sind, wenn der Job ruhiger wird, wenn endlich mehr Zeit ist.

Aber dieser Moment kommt nicht von selbst. Er muss entschieden werden.


Rollen brauchen Platz. Aber du auch.


In meiner Arbeit als Coach – und in meinem eigenen Leben – bin ich zu einer tiefen Überzeugung gekommen: Jeder Mensch besteht aus vielen Rollen. Die Mutter. Die Führungskraft. Die Freundin. Die Tochter. Die Träumerin. Die Perfektionistin.

Alle diese Rollen wollen gesehen werden. Alle brauchen Raum.

Aber keine von ihnen ist das Ganze.

Das Ganze bist du. Und du existierst unabhängig davon, wie gut du gerade funktionierst.

Das klingt vielleicht selbstverständlich. Aber in der Praxis erlebe ich täglich, wie viele Frauen genau das vergessen haben. Nicht weil sie es nicht wissen. Sondern weil der Alltag keinen Raum dafür lässt.


Was passiert, wenn du anfängst hinzuschauen


Wenn Frauen anfangen, sich selbst wirklich zu begegnen – jenseits der Rollen, jenseits der Erwartungen – passiert etwas Interessantes: Sie werden nicht kleiner. Sie werden klärer.

Klarheit über das, was sie wollen. Klarheit über das, was sie nicht mehr wollen. Klarheit über die Entscheidungen, die sie schon lange in sich tragen, aber noch nicht laut gedacht haben.

Diese Klarheit ist kein Luxus. Sie ist die Grundlage für alles andere – für gute Entscheidungen, für nachhaltiges Führen, für ein Leben, das sich wirklich nach dir anfühlt.


Deine Eigenzeit beginnt mit dieser Frage


Wer bist du, wenn du nicht funktionierst?

Du musst heute keine Antwort haben. Aber ich lade dich ein, die Frage mal stehen zu lassen. Nicht wegzuschieben, nicht zu beantworten, nicht zu analysieren.

Einfach spüren, was sie in dir auslöst. Denn genau da – in diesem Moment des ehrlichen Hinschauens – beginnt deine Eigenzeit.

 
 
 

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